Die Restaurierung der barocken Stuckdecke (um 1760) im Schloss Martinfeld
Ehemaliger Herrensitz der Familie von Bodungen
Im Winter 2024/25 konnte mit Hilfe von finanziellen Mitteln durch das Landesamt für Denkmalpflege Thüringen und durch Spendengelder von engagierten Kunst– und Kulturfreunden die Restaurierung der bemalten Decke im 1. OG der heutigen Jugendherberge Martinfeld realisiert werden.
Das Bild zeigt die Darstellung der griechischen Göttin Demeter mit ihrer Tochter Persephone.
Die Stuckdecke ist ein sehr gut erhaltenes Beispiel aus der Zeit des Barocks und eines der wenigen originalen erhaltenen Objekte im Schloss Martinfeld.
Durchgeführte Maßnahmen
Im Laufe der Zeit war die Decke mehrfach übermalt und abgehangen worden, so dass nichts von der Malerei und dem Stuck zu sehen war. Erst während der letzten Sanierungsarbeiten am Dach entschied man die Deckenverkleidung im Nordteil wieder abzunehmen. So kam die übertünchte Decke wieder zum Vorschein. Zunächst mussten Sicherungen entlang der Balken durchgeführt werden, um gefährdete und lose Putzbereiche zu retten. Anschließend konnten die aufliegenden Malschichten mit Skalpell vorsichtig abgenommen werden. Hohlstellen mussten hinterfüllt und gesichert werden. Nach der Freilegung kam der fein ausgearbeitete Stuck wieder zum Vorschein und die Malerei der Demeter wurde sichtbar. Durch starke Verschmutzung und einen Firnisüberzug war die Malerei nicht mehr gut erkennbar. Eine Reinigung mit Lösemitteln und Radierschwämmen brachte eine deutliche Verbesserung. Fehlstellen im Putz wurden anschließend ausgebessert. Die Malerei wurde mithilfe von Punktretusche wieder in ihr ursprüngliches Erscheinungsbild versetzt. Der Stuck wurde nach der Originalfarbigkeit neu gestrichen.